„Wenn Roboter zum Statussymbol werden: Wie Effizienz und Luxus in einem Hinterhofloft verschmelzen!“

„Wenn Roboter zum Statussymbol werden: Wie Effizienz und Luxus in einem Hinterhofloft verschmelzen!“

Der Empfang im Hinterhofloft hatte etwas von einer modernen Hofhaltung: Glas, Beton, dezente Kunst, und in der Mitte eine in weißes Leinen gehüllte Konstruktion, die der Gastgeber mit einem überspielten Lächeln als die neueste „Innovation“ ankündigte. Er war ein Mann, dessen Autokennzeichen mehr kostete als mein Monatsgehalt, und er sprach von Effizienz, Nachhaltigkeit und disruptiven Geschäftsmodellen, während er mit einem Finger die Kontrolle über das Lichtspiel am Deckengitter demonstrierte. Die eigentliche Neuheit entpuppte sich als ein prototypischer Haushaltsroboter, dessen Funktionen weniger praktisch als choreografiert wirkten: er servierte Champagner in Zeitlupentanz, faltete Stoffservietten in kunstvollen Mustern und ließ eine digitale Projektion von Vintage-Autos an die Wand flimmern — alles so arrangiert, dass die Gäste nicht über seine Nützlichkeit staunten, sondern darüber, wie mühelos man sich von Arbeit freikaufen könne.

Neben mir stand eine Frau in maßgeschneiderter Jacke, die mir erklärte, dass sie das Projekt unterstützt habe, weil „Innovation heute das neue Statussymbol“ sei. Ihre Stimme war freundlich, aber distanziert; sie sprach über Patente und Marktchancen, während ihr Blick die Imitation eines Arbeiterroboters begutachtete, als könne man durch Besitz seine Abstammung von Arbeit vollständig ausradieren. Ein junger Entwickler, noch sichtbar nervös, beschrieb technische Details, doch das Publikum applaudierte vor allem, als der Roboter an einer Stelle eine kleine Unvollkommenheit zeigte — ein menschlicher Moment, der die Inszenierung erst wirklich luxuriös machte. Ich dachte an Veblen und an die Idee der auffälligen Freizeit: Hier wurde Innovation nicht primär als Mittel zur Steigerung kollektiver Produktivität zelebriert, sondern als Objekt pekuniärer Emulation, mit dem man anderen demonstrierte, dass man sich von zweckgebundener Arbeit freihalten könne.

Später, beim Weg nach Hause, sah ich ein Schaufenster, in dem ein Start-up seine neueste App bewarb: eine Plattform, die Haushaltsangestellte vermittelte und gleichzeitig Abo-Pakete für „kuratorische Innovationserlebnisse“ anbot — teuer, plakativ und kaum darauf ausgerichtet, die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen zu verbessern. Die Sprache in den Prospekten klang nach Fortschritt, aber der Inhalt zielte darauf ab, Besitz und Geschmack zu markieren. Innovation verwandelte sich in eine Ware, die gezeigt und nachgeahmt werden musste, ein weiteres Mittel, um soziale Distinktionen zu festigen.

Am Ende blieb die Szene bei mir wie ein kleiner Film: gehobene Gäste, die über technische Details diskutierten, ohne die Widersprüche zu sehen, ein Erfinder, der seine Erfindung feilbot, und ein Roboter, der leise seine Champagnergläser polierte. Innovation, dachte ich, kann Aufbruch bedeuten — oder sie wird zur neuen Form des Paraphernaliums, mit dem die privilegierte Klasse ihren Abstand pflegt und ihren Rang inszeniert.

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