„Wenn Bling blitzt: Wie ein Trenchcoat und Plastikspielzeug die schillernde Welt des Konsums entblößen!“

„Wenn Bling blitzt: Wie ein Trenchcoat und Plastikspielzeug die schillernde Welt des Konsums entblößen!“

An einem regnerischen Donnerstagmorgen saß ich im Eckcafé gegenüber der Schule und warte auf die kleinen Hände, die meine Tochter festhalten würden. Die Schlange am Tresen war länger als sonst; ein Mann in einem zu hellen Trenchcoat und mit einer Uhr, die bei jeder Armbewegung zu blinken schien, bestellte einen Cappuccino, ein Croissant und dazu noch ein Glas Wasser „für die Gesundheit“ — so laut, dass alle Blicke kurz auf ihn fielen. Er sprach mit einer Stimme, die nach Präzision und Probe klang, nannte Markennamen wie Erfolge und ließ die Barista wissen, dass er die Sorte meiner Lieblingsschokolade nicht ausgewählt hätte, weil sie „nicht exklusiv genug“ sei. Während er wartete, zog er sein Smartphone heraus, machte ein Foto vom Fensterplatz, wo die Regentropfen das Licht in kleine Diamanten verwandelten, und postete es, begleitet von einem Satz über „verdiente Pausen“.

Auffälliger Konsum — das Wort schoss mir durch den Kopf wie ein kleiner Stachel, weil ich gerade Veblens Kapitel über Kleidung und Freizeit gelesen hatte. Der Mann trug nicht nur teure Kleidung; er trug eine Geste. Sein Mantel war umständlich, unpraktisch für Regen und Stadt, seine Schuhe zu weiß, um je einen Fuß ins Schlamm zu setzen. Jemand, der demonstrativ nicht arbeiten müsse, würde genau so auftreten, dachte ich, und erinnerte mich an Veblens Beobachtung, dass solche Zeichen weniger von Zweckmäßigkeit als von sozialer Abgrenzung bestimmt werden. Die Frau neben mir, eine Lehrerin vielleicht, seufzte leise und drehte eine gebrauchte Thermoskanne in den Händen — ein stilles Gegenbild.

Als der Mann das Café verließ, öffnete er seine Aktentasche, um Platz für den Schirm zu machen, und zog dabei eine Plastikverpackung hervor: ein kleines Spielzeug, wohl als Geschenk für ein Kind. Er reichte es einem Jungen, der am Fenster stand und dessen Augen sofort aufleuchteten. Für einen Augenblick schien die Inszenierung zu verblassen; das Plastik knisterte, der Junge lächelte echt, und der Mantel verlor seine Etikettenwürde. Doch noch bevor der Junge das Geschenk auspacken konnte, bemerkte jemand auf der Straßenseite die glänzende Uhr, ein Blick wurde ausgetauscht, und schon war der stille Wettbewerb wieder da — wer hat mehr, wer demonstriert besser? Die Barista schüttelte den Kopf, als sie die zwei Euro Trinkgeld wegsortierte: verschwendet und doch so symbolisch.

Später, als meine Tochter ankam und ihre bunten Gummistiefel das Wasser auf dem Boden spritzen ließen, dachte ich daran, wie Veblen die pekuniäre Emulation beschrieb: dass Menschen Dinge anhäufen und zur Schau stellen, um einander zu übertreffen. Der Mann mit dem blinkenden Arm war nur eine flüchtige Szene im Alltag; trotzdem hatte seine Geste die Atmosphäre des Cafés für einen Augenblick verändert. Das Geschenk in der Hand des Jungen war kleiner als die Uhr, aber vielleicht ehrlicher; und draußen, auf der Straße, teilten die Regentropfen alle gleich — ohne Marken, ohne Absicht.

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